SIMON QUINN

Terje Vigen

Zum 100. Jubiläum der Uhraufführung des Stummfilms «Terje Vigen» von Victor Sjöström, beauftragt der Filmverein Lichtspiele Olten mit der Unterstützung der Fondation SUISA Simon Quinn eine neue 55minütige Filmmusik für die längst eingeschworene Musikerkonstellation (Nolan, Brian und Simon Quinn und Tomek Soltys) zu komponieren. Das neue Stummfilmprojekt wird ab Ende 2017 im Inland sowie auch im umliegenden Ausland an unterschiedlichen Bühnen und Programm-Kinos aufgeführt.

→ Bandfoto hochauflösend

Die Aufführungen

10. November 2017 im Kino Lichtspiele Olten (CH)
12. November 2017 im Teatro Sociale Bellinzona (CH)
08. Mai 2018 KAOS-Halle Berlin (D)
09. Mai 2018 im Kulturzentrum St. Spiritus Greifswald (D) - Nordischer Klang 2018
10. Mai 2018 «tbc» Peter und der Jazz Rostock (D)
11./12. Mai 2018 «tbc» Schloss Kummerow (D)
16. Mai 2018 Cinema Blenio Acquarossa (CH)

Der Film

«Terje Vigen» ist ein Spielfilm der Stummfilm-Ära, der den selbigen Titel wie die Ballade des berühmten Schwedischen Dichters und Schriftsteller Henrik Ibsen (1828-1902) trägt; wonach sich der Regisseur sowie Hauptrollendarsteller Vicort Sjöstrom (1879-1960) orientiert hat, um die, für die Schwedische Filmindustrie zu Beginn des XX Jahrhunderts, bahnbrechende frei interpretierte Verfilmung zu schaffen (Uraufführung 1917).
Die Geschichte um Schuld und Vergebung fast ausschließlich an der bzw. auf der See sind die zentralen Themen im Film. Wobei Ibsens Abschlussworte sowie Sjöströms Schlussszene eines epischen Fjordenfriedhofsonnenuntergangs das gesamte Geschehen mit einer leichten, von der Einsicht des nicht wiederrufbaren der vergangenen Geschehnissen verursachte Bitterkeit überschattet und im Zuschauer das Gefühl der wohlbekannten skandinavischen Melancholie ungezwungen empor klimmen lässt.

Der Komponist

Simon Quinn, gebürtiger Tessiner, seit zehn Jahre mit Hauptwohnsitz in Berlin und dennoch sowohl in Deutschland als verstärkt auch in der Schweiz, mal in der Musiktheaterszene involviert, mal mit Jazz Projekte oder in Orchester als Kontrabassist tätig; versteht sich als vielseitiger Instrumentalist und durch den direkten Verbrauch von Musik, zum komponieren dieser verlockt.
Kurz bevor er das Studium am Jazz Institut Berlin anfing, setzte er sich intensiv mit vorerst klassischen Werke, später explizit mit Filmmusik auseinander. Dazu kam der erste Auftrag (2007), Musik für einen Stummfilm zu schreiben. Der Film war Robert Flaherty's Dokumentar Film «Nanook – Chief of the Itivimuits».
Später, mit seinem Studiumsabschluss übereinstimmend, hat er eine Serie von fünfzehn Kompositionen geschrieben, die jede einzelne als Ausgangspunkt für einen musikalischen Kommentar zu animierten Bildern, gar Filme dienen könnten. Als Szenen (I bis XV) benannt, führte Simon Quinn diese mit dem kammermusikalischen Gesang-Gitarre-Kontrabass Trio namens → SUNDAY mehrmals in der Schweiz und in Deutschland mit großem Erfolg auf.
Kurz darauf wurde ein weiteres Stummfilmprojekt in Auftrag gegeben «BERGFILM!»: Auszüge von Arnold Fancks Bergfilme neu zu vertonen schien eine sehr anregende Idee und wurde seitens Simon Quinn mit einer akkuraten motivischen Auseinandersetzung der Charakteren und der Szenen kompositorisch umgesetzt.

Die Musiker – Das Kollektiv

Nolan Quinn – Flügelhorn
Tomek Soltys – Klavier
Simon Quinn – Kontrabass und Bass Ukulele
Brian Quinn – Schlagzeug

Q3 ist ein Musikkollektiv welches 2004 von den drei jungen Schweiz-Amerikanischen Musikerbrüder Nolan (tp), Simon (b) und Brian Quinn (dr) gegründet wurde. Ursprünglich erzielte das Trio über die Landesgrenzen sofortige Anerkennung durch seine geschickte Melange von Jazz und Drum'n'Bass Musik. Es veröffentlichte wiederholt Audio- und Videoproduktionen, tritt in ganz Europa auf und wird mit verschiedenen der Jazzmusik gewidmeten Preisen ausgezeichnet. 2008 entwickelte es sich in das aktuelle Kollektiv, das mit u.a. Kurt Rosenwinkel, Bill Carrothers, Olivier Ker Ourio, Tino Tracanna, Taavo Remmel zusammenarbeitete.
Heute wirkt Q3 als Kern verschiedener Musikgruppen, die es vertritt und fördert, als Drehscheibe für neue und fortlaufende Kollektivarbeiten zwischen internationalen Musikern, sowie als Kulturvermittler für unabhängige Musikproduktionen in der ganzen Schweiz.

Die Musik

Zum 100. Jubiläumsjahr der Uhraufführung Victor Sjöströms Werks „Terje Vigen“, wurde von Simon Quinn eine neue Tonspur für Trompete, Klavier, Kontrabass und Schlagzeug komponiert. Sich zum Teil Hugo Alfvéns musikalische Eigenschaften, zum Teil der zeitgenössische Filmmusik sowie der aktuellen Elektroakustischen Strömungen des Jazz anlehnend, schreibt der junge Komponist und Kontrabassist Simon Quinn eine in drei Hauptthemen sich aufteilende 55 Minuten lange Partitur. Zum einen der Schuld und Vergebung, zum anderen der See und zuletzt den Akteuren, also den drei Hauptthemen bzw. -figuren unterstützend, entsteht ein akkurates, ausgewogenes und dennoch immer wieder überraschendes musikalisches Flechtwerk, was den aussagekräftigen und epischen Bilder Sjöstrtöms als klangliche Untermalung dient. Mal kräftig stampfende Schlagzeug Rhythmen, mal sehr orchestral klingende Melodien oder gar direkt auf das Bild bezogene Geräuschkulissen dienen nichts anderem als der Hervorhebung und Verstärkung der bereits im Film vorhandene Emotionen und visuelle Taktschläge.

Probeaufnahmen vom 3. Juni 2017